Grüne wollen kein Industriegebiet

Rundschau, 17.01.1985
Lokales aus dem Tal

Großer Widerstand gegen „Kleine Höhe?”
Grüne wollen kein Industriegebiet

Die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt Wuppertal wendet sich gegen die Ausweisung eines Industriegebietes „Kleine Höhe“ an der Stadtgrenze zu Neviges. Das geplante Industriegebiet würde eine ökologisch wichtige Grünfläche zwischen Neviges und Wuppertal vernichten. Das bestätigte auch ein von der Stadt Wuppertal auf Drängen der Bürgerinitiative „Kleine Höhe“ in Auftrag gegebenes ökologisches Gutachten. Daß in Folge dieser Expertise von den ursprünglich vorgesehenen 30 ha Industriefläche nur 12 ha begrünt werden sollen, bezeichnen die Grünen als Augenwischerei. Diese Planänderung bringe lediglich das schlechte Gewissen der Planer zum Ausdruck, die damit zugäben, daß ein Industriegebiet an der „Kleinen Höhe“ fehl am Platz sei.

Die Grünen begrüßen es, daß auch die Wuppertaler CDU-Fraktion vom Industriegebiet „Kleine Höhe“. Abstand nehmen will und bieten der CDU-Fraktion im Vorfeld der Ratssitzung am 21. 1.85 ein Gespräch über dieses Thema an. Ziel soll es sein, einen gemeinsamen Antrag zu formulieren, der den Stopp der Planung des umstrittenen Industriegebietes zum Gegenstand hat. Zu hoffen bleibe, daß auch die SPD ihre umweltfeindliche Industrieansiedlungspolitik zumindest im Falle der „Kleinen Höhe“ überdenkt. Ansonsten könne es in der Ratssitzung am 21. 1. in dieser Frage ein Patt geben.

Grüne gegen Industrie an der „Kleinen Höhe”

Wuppertaler Nachrichten, Mittwoch 9. Januar 1985

Die Grünen sehen keinen unabweisbaren Bedarf für die Ausweisung des Industriegebietes „Kleine Höhe“. Daß von den vorgesehenen 30 Hektar Industriefläche nach neuesten Vorstellungen 12 Hektar begrünt werden sollten, halten die Grünen für Augenwischerei.

Aus diesem Grund begrüßen die Grünen, daß die CDU bereits Abstand von der „Kleinen Höhe“ genommen hat und bieten der CDU-Fraktion noch vor der nächsten Ratssitzung am 21. Januar ein Gespräch über dieses Thema an. Wie die Grünen mitteilen, soll es das Ziel dieses Gespräches sein, einen gemeinsamen Antrag zu formulieren, der den Stop der Planung bewirkt.

Raubbau an Landschaft

WZ Mittwoch, 2. Januar 1985
GA Wuppertaler Nachrichten

Briefe an die Lokalredaktion

Betr. CDU-Wirtschaftsvereinigung zum Thema „Kleine Höhe“: Es ist unverständlich, daß die Stadt Wuppertal es sich angeblich leisten kann, 670 000 Quadratmeter Industrieflächen ungenutzt zu lassen. Dagegen will sie ein Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet auf „Kleine Höhe“ zerstören!

Die Zerstörung dieses Gebietes würde eine nutzbare Industriefläche von 160 000 qm bringen. Dies würde den angeblichen Bedarf von 1/2 Jahren decken. Der erforderliche Kapitalaufwand beträge ca. 40 „Mio. DM. Bekannt ist, daß es nach jahrelanger Planung noch nicht einen Interessenten für dieses Gebiet gibt.

Es muß auch bedacht werden, daß eine schnelle Realisierung des IG „Kleine Höhe“ nicht möglich ist, denn es müssen noch 1/4 des Geländes gekauft werden. Auch sind die Abwässerprobleme nicht lösbar. Die angeführten Zahlen wurden dem ökologischen Gutachten der Stadt sowie den Angaben der Verwaltung entnommen. Wir werden sie auf Wunsch vorrechnen.

Nachdrücklich stellen wir fest, daß wir es für äußerst bedenklich halten, wenn die letzten Reste der Natur angegriffen werden, solange ungenutzte Industriebrachen vorhanden sind. Inzwischen müßte auch allen Fachleuten aufgegangen sein, daß das bisher betriebene Wirtschaftsförderungssystem für die Zukunft einen unverantwortlichen Raubbau an Natur und Landschaft mit sich bringen wird!

Herr Kalthoff tritt für eine „ehrliche Sachpolitik“ ein. Leider lassen seine Außerungen dieses Prinzip vermissen. Er argumentiert, die Stadt Wuppertal hätte in drei Jahren keine Gewerbeflächen mehr. Genau dies hat die Verwaltung 1981 auch schon behauptet. Aus diesem Vergleich werden beide Aussagen unglaubwürdig. Der angebliche Bedarf von jährlich 100 000 qm Gewerbefläche erlaubt die Frage, ob Herr Kalthoff bei dieser Feststellung schon einmal „hochgerechnet“ hat, wann der letzte Quadratmeter Natur in unserer Stadt zubetoniert sein wird?

SPÄT AUFGEWACHT: DIE GRÜNEN

Katernberger Bote Ausgabe 2/1984

SPÄT AUFGEWACHT: DIE GRÜNEN Zwei Tage vor dem Urnengang vom 30. September war es soweit: Die Grünen entdeckten das Problem „Kleine Höhe „. An sich erfreulich, daß sich die „Öko-Partei“ in einer vom GeneralAnzeiger veröffentlichten Mitteilung gegen Gewerbeansiedlung im Bereich „Kleine Höhe“ aussprach. Doch für eine „Bewegung“, die sich den Umweltschutz auf ihre Fahnen geschrieben hat, war ein solches Wahlkampf bonbon kurz vor Toresschluß ein wenig dürftig. Kann man doch von einer Gruppierung, die zumindest vor Wahlen bereits seit Jahren im Tal präsent ist, eine etwas langfristigere, ernsthaftere Beschäftigung mit der drohenden Industrieansiedlung in diesem Bereich erwarten. Die CDU hat jedenfalls bereits durch ihre konsequente Ablehnung dieser von Verwaltung und SPD favorisierten Landschaftszerstörung erreicht, daß sich die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg gegen die Änderung

des Bebauungsplanes ausgesprochen hat. Dies wäre die planungsrechtliche Voraussetzung für Gewerbeansiedlung gewesen. Der Katernberger Stadtverordnete Decker formulierte als Mitglied des Planungsausschusses für die CDU-Stadtratsfraktion den Antrag, dieses Bauleitverfahren „Kleine Höhe “ einzustellen. Dies fand jedoch im bisherigen Stadtrat angesichts der Mehrheit der SPD nicht die erforderliche Zustimmung . Die Grünen haben nunmehr Gelegenheit, zu zeigen, wie ernst sie es in der praktischen Alltagspolitik mit dem Umweltschutz meinen. Im neugewählten Stadtrat verfügt die SPD ja bekanntlich über keine Mehrheit mehr. Es bleibt zu hoffen, daß es in der Frage „Kleine Höhe“ nicht zu einem kurzsichtigen Hin- und -herTaktieren wie bei der L 418 kommt. Eines sollen die betroffenen Bürger wissen: Auch die neue CDU Ratsfraktion wird ihre klare Haltung gegen überflüssige Industrieansiedlung im Bereich „Kleine Höhe “ nicht personalpolitisch taktischen Erwägungen opfern !

Grüne: Kleine Höhe überflüssig

WZ Freitag, 28. September 1984, Wuppertaler Nachrichten

Grüne: Kleine Höhe überflüssig

Die „Grünen“ halten eine Ausweisung des Industriegebietes „Kleine Höhe“ an der Stadtgrenze zu Neviges für überflüssig. Vielmehr, so regten sie in einer Stellungnahme an, sollte sich die Stadt bemühen, die Wiederbelebung alter Gewerbestandorte zu betreiben und das umweltverträgliche Nebeneinander von Wohnen Arbeiten anzustreben.

600 Meter Luftschneise

WZ Freitag, 29. Juni 1984, Wülfrath/Velbert-Neviges

Kleine Höhe rückt von Neviges weg

Von unserem Redaktionsmitglied Virginia Steinmetz

Velbert-Neviges. Nevigeser Bürger können aufatmen. Das geplante Wuppertaler Industriegebiet „Kleine Höhe“ rückt von der Wohnbebauung weiter weg. Aus den bisher bemängelten 300 Metern wurden 600 Meter Luftschneise. Ein Erfolg, den man dem FDP-Fraktionschef im Velberter Rat, Rolf Colsman, verdanken kann. Der hat im Bezirksplanungsrat immer wieder für die Nevigeser Belange Partei ergriffen und in zähem Ringen nun endlich eine Verbesserung der Lage erreicht.

Der größere Abstand der Kleinen Höhe zur Wohnbebauung umfaßt das Gebiet hinter der Bahnlinie am Rosenhügel in Richtung Lindchen. Frei von Industrie Soll auch das Gelände Rosenhügel bis Einmündung Hohenbruchstraße bleiben. Erst im Anschluß an das bereits vorhandene Industriegebiet Siepen wird auch Wuppertal Industrie ansiedeln können. Ein Erfolg, für den man dem Liberalen Kommunalpolitiker dankbar sein kann. Noch zwei wichtige Entscheidungen fielen im Bezirksplanungsrat: Die abgelehnten fünf Neubaugebiete, die die Stadt im Gebietsentwicklungsplan aufgezeigt hatte, sind auf drei reduziert worden. Der Kopf Lüpkesberg und ein Gebiet im Bereich Bleiberg können später einmal von der Stadt als weiteres Wohngebiet ausgewiesen werden. Kein Wohngebiet aber im Raum Donnenberg, dafür aber auch keine weitere Industrie dort. Schließlich kann man nicht den Wuppertalern versagen, was man in den Stadtgrenzen dann selber praktiziert, meinte Colsman in einem Gespräch mit der WZ.

Reinigungsaktion an „Kleiner Höhe″

WZ, Freitag, 11. Mai 1984, Wuppertaler Nachrichten

Im Rahmen der Städtischen Aktion „Wuppertal muß propper sein“ führt die Junge Union Uellendahl heute eine Reinigungsaktion auf dem Gebiet der „Kleinen Höhe“ durch.

Die Junge Union und die ebenfalls teilnehmenden CDU Stadtrats- und Bezirksvertretungskandidaten wollen so auch ihr Eintreten für den Erhalt der Grünzone „Kleine Höhe” verdeutlichen.

Auskunft über Ort und Zeit der Reinigungsaktion erteilt Lutz Heer unter der Rufnummer 70 1 0 69.

Ausschuß: Große Sorge um Entwicklung der Kleinen Höhe

WZ, Samstag, 5. Mai 1984, Wuppertaler Nachrichten

Zu wenig Wunschgrundstücke: Flächenbedarf ist nicht zu decken

Flächenbedarf und Flächenangebot der Wirtschaftsförderung in Wuppertal waren Gegenstand einer ausführlichen Vorlage der Verwaltung im zuständigen Fachausschuß. Der Bericht, für den Amtsleiter Hagen Stölting verantwortlich zeichnet, macht deutlich, daß ein Flächenbedarf besteht, der nicht gedeckt werden kann, weil zu wenig „Wunschgrundstücke’ zur Verfügung stehen. Hinzu kommt das Problem Kleine Höhe, zu dem ein CDU-Antrag vorliegt, das Bebauungsplanverfahren generell nicht weiter zu betreiben.

Die Verwaltung und die Mehrheit der Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses meldeten Zweifel an, ob dann unbedingt notwendige gewerbliche Bauflächen an anderer Stelle zeitgerecht verfügbar gemacht werden können. Im für den zu erstellenden Gebietsentwicklungsplan gebildeten Ausschuß war der Bereich Kleine Höhe im Umfang bereits reduziert worden.

Dadurch würden dort ohnehin rund 40 Hektar an ausgewiesener Fläche für ein Gewerbegebiet entfallen. Hierüber dürfte noch weiter beraten werden.

Beigeordneter Dr. Eberhard Geissler machte auf die Tragweite einer Entscheidung aufmerksam, die das Flächenangebot noch weiter verringere. Die CDU könne nicht von Industrie-Abwanderungen sprechen, die allein auf die hohe Gewerbesteuer zurückzuführen sei, um auf der anderen Seite der Industrie den notwendigen Entwicklungsraum vorzuenthalten. Auch die Industrie- und Handelskammer machte durch Herwart Miegel geltend, daß sie mit großer Sorge die Entwicklung um die Kleine Höhe verfolge. Es müsse versucht werden, den Weg zur Bereitstellung gewerblicher Ansiedlung dort wieder gemeinsam von allen Parteien zu gehen. Auch Heino Ahr Vom Deutschen Gewerkschaftsbund machte auf die Sicherung von Arbeitsplätzen aufmerksam, die nur erreicht werden könne, wenn der für die Industrie notwendige Entwicklungsraum zur Verfügung stehe. Die SPD-Fraktion im Ausschuß nannte das Vorgehen der CDU „verantwortungslos“. In der Nachbarschaft würden sich die anderen Schon die Hände reiben, wenn Wuppertal freiwillig auf ein solches Flächenangebot verzichte. Die Industrie müsse Flächen haben. Man dürfe nicht etwas ohne Aquivalent aufgeben. Auch Enno Springmann sprach von seiner wachsenden Besorgnis für die Zukunftsentwicklung. Man müsse solche Flächen ausweisen, wenn man Verantwortung tragen wolle für die Zukunft. Bürgermeister Kurt Drees wies nachdrücklich darauf hin, daß es notwendig sei, Ersatzflächen zu suchen. Es seien noch Möglichkeiten vorhanden. Er brachte zum Beispiel das Kötter-Gelände in Barmen Zur Sprache und erinnerte auch an die Tatsache, daß in Blombach-Süd noch Gelände ungenutzt im Sinne der Industrie zur Verfügung stehe. Die Frage bleibt, ob ein gemeinsamer Weg gefunden werden kann, Flächenvorsorge im notwendigen Maß zu treffen, gewiß einen strengen Maßstab anzulegen, der auch berechtigten Bedenken und Anregungen, die aber bei der Kleinen Höhe noch gar nicht geprüft worden sind, Rechnung trägt und gleichzeitig die Wiedernutzung gewerblicher Standorte ermöglicht. Dr. W.05

Kommt das Industriegebiet „Kleine Höhe“ nun doch nicht?

WZ Montag, 9. April 1984, Wuppertaler Nachrichten/ Feuilleton


Kommt das Industriegebiet „Kleine Höhe“ nun doch nicht?

CDU: Bauleitplan einstellen / SPD: Nach hinten stellen

Der geschlossene Widerstand vieler Bürger gegen das geplante Industriegebiet „Kleine Höhe“ zeigt Wirkung. Die CDU-Fraktion hat im Planungsausschuß beantragt, das Bauleitplan-Verfahren einzustellen. Die SPD ließ in einer Pressekonferenz verlauten, man könne dieses Gebiet „in der Planung nach hinten schieben.”

In der Begründung ihres Antrage wies die CDU darauf hin, daß sich der Plan zur Zeit in der Phase der „erneuten Offenlegung‘ befände. In einem von der Stadt Wuppertal in Auftrag gegebenen, begleitenden ökologischen Gutachten seien für den Fall der Durchsetzung des geplanten Industriegebietes erhebliche bauliche Auflagen gemacht worden, um objektiv entstehende Landschaftsschäden zumindest in einem gewissen Umfang zu vermeiden.

Die Erschließung des Gebietes einschließlich der erforderliehen Bodenbewegungen und nbtwendigen Anpflanzungen erfordere von der Stadt Wuppertal weitere finanzielle Aufwendungen.

Die CDU-Fraktion hat erhebliche Zweifel, ob bei diesen finanziellen Belastungen das Gelände überhaupt an Firmen Vermietet werden könne. Es erscheine unverantwortlich, hieß es weiter, Landschaftszerstörungen in Kauf zu nehmen und eine mögliche Industriebranche zu planen. Der Antrag wurde im Planungsausschuß nicht diskutiert, um den Fraktionen Gelegenheit zur Beratung zu geben. Die SPD bekundete mittlerweile in einer Pressekonferenz, ihre Entscheidung über die „Kleine Höhe“ sei noch nicht gefallen. Jürgen Specht, Vorsitzender des Planungsausschusses: „Dieses Industriegebiet kann in der Planung nach hinten geschoben werden, aber wir müssen es für die Zukunft im Auge behalten.‘ Die SPD hofft, die notwendigen Gewerbeflächen mit Hilfe eines Landes-Fonds zur Wiederbelebung innerstädtischer Industriebrachen zur Verfügung stellen zu können. Das Problem in Wuppertal war bisher, daß die hiesigen Flächen Zu klein sind, um die Landesförderung dafür in Anspruch zu nehmen. Specht und die SPD-Landtagsabgeordnete Ursula Kraus haben bei Gesprächen im zuständigen Ministerium erreicht, daß die Stadt eine Pauschalsumme beim Land beantragen kann, mit der auch kurzfristig in Frage kommende Flächen angekauft werden können.

Kleine Höhe verschieben bis hin zur Ringstraße?

Westdeutsche Zeitung Dienstag. 20. März 1984
Velbert-Neviges

Neue Gespräche über das Industriegebiet

Velbert-Neviges. Werden auf dem Gewerbegebiet „Kleine Höhe“ emmissionsträchtige Industriebetriebe angesiedelt? Wird die Ansiedlung noch mit dem gleichen Elan wie in den letzten Jahren betrieben und wie steht die SPD Wuppertal zu den Vorstellungen des Bezirksplanungsrates, das Gewerbegebiet an die Ringstrasse anzuschließen?

Vor zwei Jahren war die „Kleine Höhe“ Thema zwischen der SPD Wuppertal und Neviges. Damals war man übereingekommen, daß – sollte eine Gewerbeansiedlung kommen – muß erst aufgeforstet werden. Außerdem wurde festgelegt, welche Industriebetriebe nicht angesiedelt werden dürfen (Gießereien, Seifenfabrik).

Man wiese jetzt auf die Unruhe bei den Nevigesern hin, denn viele befürchten trotz dieser Zusagen eine erhebliche Belästigung. Jürgen Specht (Planungsausschußvorsitzender, Wuppertal), gab die Zusicherung, daß man alles tun würde, um Beeinträchtigungen im Wohnumfeld zu verhindern.

Eine endgültige Entscheidung scheint noch nicht gefallen und quer durch SPD und CDU ist der Widerstand gegen die „Kleine Höhe“ gewachsen. Hierfür sind sowohl wirtschaftliche, als auch ein verändertes Umweltbewußtsein verantwortlich. Da sind hohe Erschließungskosten für das Gewerbegebiet, die zwar vom Land bezuschußt werden (auch bei all dem Widerstand?), zum anderen ein nachlassendes Interesse der Gewerbebetriebe aus Wuppertal. Doch da gibt es auch das ökologische Gutachten, das sich zwar nicht gegen eine Gewerbeansiedlung ausspricht, aber eine Reihe von Auflagen macht (auch für eine Wohnbebauung). Es gibt aber auch ein Gegengutachten der Bürgerinitiative und Bedenken der Unteren Wasserbehörde. All diese Punkte müssen berücksichtigt werden. Derzeit neigt die Wuppertaler SPD mehr dazu, den Vorschlag des Bezirksplanungsrates zu befolgen, der eine Verlagerung in nordöstlicher Richtung mit Anschluß an Gewerbegebiet Ringstraße vorschlägt. Vorteil: das Gebiet liegt geschützter und schließt an ein bereits bestehendes Gewerbegebiet an. Nachteil: das Gebiet ist nicht im Flächennutzungsplan zur gewerblichen Nutzung ausgewiesen und Grundstücke müßten erst von Wuppertal erworben oder getauscht werden. Die Offenlegung des Bebauungsplanes ist abgelaufen. Die SPD Wuppertal will alle Bedenken und Anregungen prüfen und dann – im Zusammenhang mit den ökologischen Gutachten und den Kommentaren der Unteren Landschaftsbehörden – ihre Entscheidung treffen.