Raubbau an Landschaft

WZ Mittwoch, 2. Januar 1985
GA Wuppertaler Nachrichten

Briefe an die Lokalredaktion

Betr. CDU-Wirtschaftsvereinigung zum Thema „Kleine Höhe“: Es ist unverständlich, daß die Stadt Wuppertal es sich angeblich leisten kann, 670 000 Quadratmeter Industrieflächen ungenutzt zu lassen. Dagegen will sie ein Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet auf „Kleine Höhe“ zerstören!

Die Zerstörung dieses Gebietes würde eine nutzbare Industriefläche von 160 000 qm bringen. Dies würde den angeblichen Bedarf von 1/2 Jahren decken. Der erforderliche Kapitalaufwand beträge ca. 40 „Mio. DM. Bekannt ist, daß es nach jahrelanger Planung noch nicht einen Interessenten für dieses Gebiet gibt.

Es muß auch bedacht werden, daß eine schnelle Realisierung des IG „Kleine Höhe“ nicht möglich ist, denn es müssen noch 1/4 des Geländes gekauft werden. Auch sind die Abwässerprobleme nicht lösbar. Die angeführten Zahlen wurden dem ökologischen Gutachten der Stadt sowie den Angaben der Verwaltung entnommen. Wir werden sie auf Wunsch vorrechnen.

Nachdrücklich stellen wir fest, daß wir es für äußerst bedenklich halten, wenn die letzten Reste der Natur angegriffen werden, solange ungenutzte Industriebrachen vorhanden sind. Inzwischen müßte auch allen Fachleuten aufgegangen sein, daß das bisher betriebene Wirtschaftsförderungssystem für die Zukunft einen unverantwortlichen Raubbau an Natur und Landschaft mit sich bringen wird!

Herr Kalthoff tritt für eine „ehrliche Sachpolitik“ ein. Leider lassen seine Außerungen dieses Prinzip vermissen. Er argumentiert, die Stadt Wuppertal hätte in drei Jahren keine Gewerbeflächen mehr. Genau dies hat die Verwaltung 1981 auch schon behauptet. Aus diesem Vergleich werden beide Aussagen unglaubwürdig. Der angebliche Bedarf von jährlich 100 000 qm Gewerbefläche erlaubt die Frage, ob Herr Kalthoff bei dieser Feststellung schon einmal „hochgerechnet“ hat, wann der letzte Quadratmeter Natur in unserer Stadt zubetoniert sein wird?

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